20. INTERNATIONALE AKKORDEON FESTIVAL 2019 (23.02.-24.03.2019)

Die Trommelstöcke rühren einen Wirbel auf der Snare, die Trompeten setzen ein, nicht nur eine , nein viele Quetschen „ziehen auf“, Jubel ist zu vernehmen – es gilt voller Freude die 20. Auflage des Internationalen Akkordeonfestivals Wien anzukündigen, die mit ihren vielen kommenden Attraktionen wie jedes Jahr helfen wird die letzten (kalendarischen) Wintertage zu überstehen und den langsam einsetzenden Frühling mit offenen Armen zu empfangen.

20 ausufernde, programmatisch dichte Kulturfeste ganz im Zeichen des Akkordeons. Ein Instrument, in Hoch- und Volkskultur gleichermaßen vertreten, das zu E- und U-Musik ebenso stets etwas zu spielen weiss, wie es bei der Wiener Musik und der Weltmusik souverän mitzureden hat, regionale Dialekte diverser Folkloren ebenso fließend spricht wie die vielen Zungen der globalen Popmusik, mit den Jazzer_innen beseelt jamt und improvisiert, dass es eine wahre Freude ist, und sich dann in der Kammermusik subtil diszipliniert. Dennoch war im Jahr 2000, als Friedl Preisl das erste Akkordeonfestival umsetzte, nicht abzusehen, dass sich im Zeichen dieses großartigen Instruments eine solche Erfolgsgeschichte entwickeln würde können, als die das Akkordeonfestival Wien heute international wahrgenommen und nicht nur in Wien wertgeschätzt wird. Dies mag damit zu tun haben, dass beim Akkordeonfestival Wien immer wieder auch die Nähe und Querverbindungen oben aufgeführter Begrifflichkeiten, die tatsächlichen Wahlverwandtschaften vermeintlich unterschiedlicher Genres manifest werden, und es in der Essenz um lebendige Schönheit, um Lebendigkeit und deren in vielen musikalischen Formen wertigen Ausdruck gehen darf.

Dieses Prinzip findet sich wieder in den vielen Programmpunkten des Jubiläumsfestivals, dessen Eröffungsgala am 23.2. 2019 im Wiener Stadtsaal das famose Quintett Alma spielt, nicht erst seit seinem Auftritt bei der Eröffnung der Wiener Festwochen weithin bekannt. Ihr zeitgemäßer Umgang mit volksmusikalischen Traditionen ist dabei nahezu exemplarisch für eine künstlerische Enteignung einer erstarrten und sinnentleerten Brauchtumspflege, die solche Musik ohne Heimattümelei genießbar macht, und die sich immer wieder im Kontext des Festivals findet. Inhaltlich noch radikaler und vernehmbarer stehen dafür Attwenger, beliebte Stammgäste des Akkordeonfestivals, die am 22.3. im Schutzhaus Zukunft die erste Abschlussgala zelebrieren werden. Zwischen Eröffnung und Abschluss wird sich entfalten, was Friedl Preisl selbst unprätentiös als eine „bunte Mischung“ definiert: Etwa zwei Abende mit je zwei Duos (die zweite Eröffnungsgala am 24.2., mit Anna Steinkogler & Valentin Butt, sowie den famosen Spaemann & Bakanic am 24.2., und am 15.3 mit dem Duo Montanaro Chavez, sowie Klaus Paier & Asja Valcic, jeweils im Porgy & Bess). Von künstlerischen Stammgästen war schon die Rede, Otto Lechner beruft am 25.2. wieder Die Wiener Ziehharmoniker zu und um sich (Theater Akzent), die zweite Abschlussgala bestreitet er mit Otto Lechner & die anderen Register (23.3., Porgy & Bess). Ein Naheverhältnis zum Festival haben auch Dobrek Bistro, die am 11.3. zu ihrer Weltklasse-Weltmusik ins Orpheum laden, die famose Wiener Tschuschenkapelle feiert gar im Rahmen des Festivals ihr 30-jähriges Jubiläum, mit diversen Gäst_innen (27.2. Schutzhaus Zukunft).

Hochklassig sicherlich wieder das polnische Motion Trio (6.3., Porgy & Bess) und ein definitives Highlight des Festivals ist zweifelsohne das Zusammentreffen des großen französischen Akkordeonisten und Komponisten Richard Galliano mit dem Upper Austria Jazz Orchester am 9.3. im Stadtsaal. Spannendes und Substantielles verspricht ebendort der 16.3., wenn Troi - Franziska Hatz, Tino Klissenbauer und Valentin Blum – mit Robin Gillard und Bernd Satzinger ihr Klangespektrum erweitern. Franziska Hatz programmiert und präsentiert auch die Akkordeonfestival Lounge, die an drei Samstagen des Festivals, 2.3., 9.3. und 16.3., jeweils ab 21 Uhr im Rahmen des Cafe Mocca ganz unmittelbaren Konzertgenuss ermöglicht.

Die Stummfilm Matinee (jeweils an den Sonntagen während des Festivals, ab 13 Uhr im Filmcasino, Livevertonungen von Filmklassikern), und Akkordeon-Workshops in Zusammenarbeit mit Österreichisches Volksliedwerk vervollständigen das reiche Programmangebot des 20. Internationalen Akkordeonfestival Wien 2019.

Friedl Preisl, sein Team und die auftretenden Künstler_innen freuen sich sehr, wenn dieses runde Jubiläum in der (Vor-)Berichterstattung entsprechend gewürdigt werden kann, Interviews dazu sind gerne und jederzeit möglich.


(Text: Rainer Krispel)