Zur Erinnerung an Christa Urbanek

von uns gegangen am 19. März 2021

Besucher des Akkordeonfestivals und vieler vieler anderer Konzerte werden sie als dominante Frau an der Kassa in Erinnerung haben. Burschikoser Kurzhaarschnitt, eine sehr beeindruckende Oberweite und eine Mordsgoschn mit deftigem Schmäh: Die „Tante“ Christa! 

Viele Konzertbesucher wussten allerdings nicht, dass Christa Urbanek nicht nur ein unverwechselbares Original, sondern auch eine einzigartige Künstlerin war. In ihren Kleinkunst-Programmen „Unikat“ und „Remasuri“ schilderte sie hinreissend Szenen aus ihrem bewegten Leben – freimütig, unverblümt und mit dem ihr eigenen grimmigen Humor.

Mein Kollege Claus Tieber, der bei ihrem zweiten Programm Regie führte, beschreibt das sehr anschaulich: „Christa ist – wie der Titel ihres ersten Programms verrät – ein Unikat. Dies ist sie auf eine Art und Weise, die man weder proben noch inszenieren kann. Christa ist einfach sie selbst, sie spielt nicht, sondern ist so authentisch, wie es eine Kunstfigur nie sein könnte.“

Christa war aber auch eine eifrige Besucherin von Vorstellungen ihrer Kollegen. Überall gern gesehen – und zwar nicht nur, weil sie stets darauf bestand Eintritt zu zahlen. Claus Tieber: „Egal, ob volles Haus oder wenig Publikum, Christa machte als Besucherin so viel Stimmung wie gefühlte hundert Zuseher. Ob sie das Haus mit ihrem Lachen und Zwischenrufen mitriss oder uns Spielende vergessen ließ, dass wir vor nur fünf Leuten sitzen – mit Christa im Publikum war die Vorstellung gerettet.”

Die alleinerziehende Mutter zweier Töchter war aber auch sozial engagiert: Viele Jahre lang organisierte sie Weihnachtsvorstellungen mit höchst unterschiedlichen Künstlern, deren Erlös zum Ankauf von Schlafsäcken für Obdachlose verwendet wurde. Und sie hatte auch ein großes Herz und ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Freunde und Bekannten.

Wer das liebenswerte Energiebündel Christa Urbanek erlebt hat – ob privat, ob in ihren Programmen oder als höchst offenherzige Performerin der legendären Rockband Drahdiwaberl – der wird sie nie vergessen.

Text:

Richard Weihs

Foto: Alfred Pany


22. INTERNATIONALE AKKORDEON FESTIVAL 2021

Liebe Mitmenschen!
Liebe Kulturinteressierte!
Liebes Publikum des Akkordeonfestivals!

Mit großem Bedauern müssen wir aufgrund der Covid -19 Pandemie und den zu deren Eindämmung beschlossenen Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung, das 22. INTERNATIONALES AKKORDEON FESTIVAL 2021 (20.02.-21.03.) absagen.

Wir weisen noch auf zwei Streaming-Konzerte im Porgy & Bess (Beginn jeweils 20.30 Uhr) hin ....

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