RÜCKBLICK-AKKORDEONFESTIVAL 2022

Mit einem ganz wunderbaren Konzert von Riccardo Tesi & Banditaliana ging am Sonntag, den 20. März im Metropol vor vollen Rängen das 23. Internationale Akkordeonfestival zu Ende. In die Melancholie, die bei einer solchen Abschlussgala – der dritten des Wochenendes, am Freitag hatten Attwenger das Schutzhaus Zukunft gerockt, samstags das Agnes Palmisano Trio und das Nikola Zaric Quintet den Stadtsaal bezaubert – immer mitschwingt, geht doch damit ein dichtes Monat voller Musik und Kultur im Zeichen des Akkordeons zu Ende, mischte sich eine gehörige Portion Euphorie. Das Festival hatte tatsächlich stattgefunden, es gab keine schwerwiegenden Absagen oder Totalausfälle, bis auf kleine Programmänderungen – wo sich zeigte, wie künstlerisch dicht gewirkt die „Akkordeon-Szene“ ist, konnte doch auch kurzfristigst hochklassig eingesprungen werden – ging das meiste wie geplant über die Bühnen. Eben überhaupt keine Selbstverständlichkeit in Zeiten, in denen Covid- 19 immer noch mehr als uns allen lieb ist, in unseren Alltag und unsere kulturelle Praxis hineinspielt, dem komplett ausgefallenen Festival 2021 und dem zwangsläufig verkürzten Festival 2020. 

Dem werten Festival-Publikum ist dabei gar nicht genug zu danken, mit großer Masken-Disziplin und ebensolcher Achtsamkeit war es mit so nachhaltiger Aufmerksamkeit und Hingabe bei den vielen auftretenden Künstler_innen, dass es diesen nicht nur einmal gelang die doch belastenden und speziellen Begleitumstände von Konzerten unter Vorzeichen der Pandemie ebenso zu transzendieren wie die unerträglichen weltpolitischen Geschehnisse und ganz in ihrem Spiel und Tun aufzugehen, sich gelöst und konzentriert zugleich dem Dialog mit Musik und Publikum zu überlassen. „Sternstunde“ ist ein großes Wort, aber vom 19. Februar, als die beiden Duos Viviane Chassot & Franziska Fleischanderl und Arnotto das Festival im Stadtsaal eröffneten bis zum oben beschriebenen Sonntag gab es sie, kaum trauen wir uns dies zu sagen, wirklich zuhauf. Bewegten wir uns mit der Musik und ihren erhebenden Möglichkeiten parallel zum Kalender aus dem Winter in einen (emotionalen) Frühling, wurden wir unterhalten, gefordert und immer wieder inspiriert, zeigte der Schwerpunkt Österreich wie qualitativ dicht besiedelt die heimische Musiklandschaft ist oder Abende im Zeichen des großen Astor Piazzolla wie wahre Inspiration nachhallt und nachwirkt – unter anderem …

Oder wie es VickiKristinaBarcelona aus den USA bei ihrem Konzert mit Stücken von Tom Waits und Kathleen Brennan am 6.3. sangen: „ (…) but inside your head there's a record that's playing a song called "Hold On", hold on Babe, you gotta hold on, Take my hand, I'm standing right there, you gotta hold on …“
 
Es bleibt dem Publikum, den Künstler_innen, den Spielstätten, den Fördergebern, den Sponsoren und dem Team von Herzen zu danken und uns auf das 24. Internationales Akordeonfestival 2023 (25. Februar – 26. März) zu freuen – see and hear you there!

Text: Rainer Krispel

Video: https://www.youtube.com

(c) Nico Kaiser


23. INTERNATIONALES AKKORDEON FESTIVAL 2022 (19.02.-20.03.)

Liebes Publikum!
Liebe Freund_innen des Akkordeonfestivals!

In der im zweiten Jahr fortgesetzten Pandemie bleibt es uns ein Anliegen, dass Live-Kultur stattfindet, stattfinden kann: Bitte!

So sind die Ambition, die Hoffnung und die Sehnsüchte zusammenzufassen, die in der schwierigen, schon unter normalen Umständen herausfordernden Arbeit stecken, ein Festival wie das Akkordeonfestival 2022 zu programmieren und sich dabei stets zu wünschen (und zu fragen, ob …), dass es tatsächlich durchführbar und „in echt“ zu besuchen ist. 
(Das generelle Ausweichen in den virtuellen Raum des world wide web via Streaming ist eben nicht unsere „Vision“.)

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